Die Herausforderungen der Menschheit waren nie größer als heute. VR lässt Menschen in eine virtuelle Erfahrung eintauchen und erzeugt Empathie, indem wir die Augen für die Perspektive eines anderen öffnen. Bildung durch eindringliche Erfahrungen schafft Bewusstsein und kann die Welt dazu bringen, auf globale Probleme zu reagieren.

Initiativen wie „VR For Good” und „VR for Impact” basieren auf der Idee, dass die Virtual Reality tief greifende positive Veränderungen für Menschen, Gemeinschaften und die Gesellschaft bewirken kann. Virtual Reality verändert nicht nur das Geschäftsleben. Immersive Erfahrungen haben sogar die Kraft, unsere Welt zum Besseren zu wenden.

Drei Wege, wie VR die Welt verändern kann

Verbesserter Zugang zu Bildung

Bildung befähigt Menschen, ihre politische, soziale, kulturelle, und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Jedes Kind hat das Recht auf eine Schulausbildung und jeder Mensch ein Anrecht darauf, seine grundlegenden Lernbedürfnisse zu befriedigen – ein Leben lang. Bildung ist der Schlüssel für eine zukunftsfähige Entwicklung und deshalb ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik. VR kann dazu beitragen, Menschen auf der ganzen Welt hochwertige Bildungschancen zu bieten und wird durch das emotionale Erlebnis zu einem nachhaltigen pädagogischen Instrument.

Mit virtueller Technologie muss der Zugang zu teurer, komplexer Lehrausrüstung nicht das Privileg der wohlhabenden Bevölkerungsschicht sein. Pädagogen, die sich keine teuren wissenschaftlichen Geräte leisten können, können VR-Headsets verwenden, um wissenschaftliche Experimente zu einem Bruchteil der Kosten zu simulieren. Vorträge können auf der ganzen Welt hautnahe miterlebt werden, indem der Zugang zu Branchenexperten ermöglicht wird, ohne dass diese physisch anwesend sein müssen. 

Ähnlich verhält es sich auch mit pädagogischen Exkursionen welche durch den Einsatz von Virtual Reality billiger und einfacher gemacht werden können. Initiativen wie „Google Expeditionen” ermöglichen es den Studenten, kulturell bedeutende Veranstaltungsorte wie das Guggenheim Museum of Art im virtuellen Raum zu erleben, ohne dass Reisekosten anfallen.

Die Kraft der Empathie

Für viele humanitäre Organisationen ist VR zu einem wichtigen Instrument geworden, um das Bewusstsein für soziale und ökologische Themen zu schärfen. Die immersive Technologie versetzt Nutzer in die Lage eines anderen und geht weit über die traditionellen zweidimensionalen Darstellungen von Krieg, Hungersnöten oder Umweltverschmutzung hinaus. Betrachter können direkt durch die Augen eines anderen sehen und bestimmte Situationen am hautnahe erleben. Dabei ist man dank der Bauweise heutiger VR-Brillen komplett von seinem Umfeld abgeschirmt was diesen Effekt deutlich verstärkt. 

“Nutzer sind nun keine passiven Zuschauer mehr, sondern werden zu einem Teil einer realen Situation. Die intellektuelle und emotionale Erfahrung geht dabei mit einem Gefühl der Verkörperung einher: dem Gefühl, in der virtuellen Welt „physisch“ präsent zu sein.”

In erster Linie fördert diese Empathie das Mitgefühl und Verständnis für aktuelle Probleme und Situationen. Des Weiteren wirkt es sich nachweislich auf die Aktionen der Nutzer aus. Laut einer Studie der Stanford University unterschrieben Menschen, die eine 7-minütige VR-Arbeit über Obdachlosigkeit erlebten, eher eine Petition für bezahlbares Wohnen als diejenigen, die sich 2D-Medien zum selben Thema ansehen. Mit anderen Worten, VR fördert nicht nur Empathie, sondern verwandelt einfühlsames Gefühl in altruistisches Handeln.

Virtual Reality in der Therapie

Die Anwendung von VR in der Medizin befindet sich noch in der experimentellen Phase, da die für die Massenadoption erforderlichen Beweise fehlen. Erste Untersuchungen legen jedoch nahe, dass VR bei der Therapie von Phobien wirksam sein könnte.

Eine Studie der NHS testete, wie VR bei der Behandlung von Höhenangst helfen kann. Mithilfe von VR konnten Benutzer simulierte hohe Gebäude erkunden, während sie von einem virtuellen Therapeuten gecoacht wurden. Nach sechs Anwendungen hat sich die Höhenangst der Teilnehmer fast halbiert. Im Gegensatz dazu zeigten die Teilnehmer, die „normale Pflege“ erhielten, keine Veränderung ihres Angstniveaus. 

Therapeuten haben mit VR eine umfassendere, flexiblere und theoretisch effektivere Methode, um Patienten zu ermöglichen, sich ihren Ängsten zu stellen. VR-Lösungen im Bereich der Phobielösung haben außerdem den zusätzlichen Vorteil, dass keine direkte Interaktion zwischen Patient und Therapeut erforderlich ist. Dadurch können Kosten reduziert werden und die Anwendung wird auf eine größere Masse ermöglicht.

Fazit

Virtual Reality verändert nicht nur die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen, sondern fördert die Empathie und Aufmerksamkeit für weltweite Probleme, erweitert den Zugang zu Bildung und verändert medizinische Behandlungen.

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