Zukunft der Virtuellen Realität

Interview mit Marc Forstmann über die Einsatzmöglichkeiten und die Zukunft der Virtual und Augmented Reality im Unternehmen

„Ob VR ein langfristiger Erfolg wird, hängt von gutem Content ab“

München, im Juli 2017.

Marc Forstmann ist Mitgründer und Geschäftsführer der inside360 GmbH, einem der reichweitenstärksten Unternehmen im Bereich Virtual Reality weltweit. Mit seinem Team produziert er VR-Filme, -Commercials und -Anwendungen für namhafte Unternehmen und Organisationen. Wir sprachen mit ihm über die Einsatzmöglichkeiten und die Zukunft der Virtual & Augmented Reality in Unternehmen.

In welchen Bereichen wird VR & AR eingesetzt, was wäre denkbar?

Die Nutzung von VR & AR gestaltet sich bereits sehr vielfältig: So gibt es beispielsweise äußerst erfolgreiche VR-Anwendungen in der Touristik-Branche fürs B2C-Marketing hochwertiger Reisen oder Destinationen. Auch im Sport oder in der Medizin – hier speziell zur Wissensvermittlung – werden die Möglichkeiten von VR für innovative Ansätze genutzt. Außerdem besteht eine ganze Menge Potenzial, vor allem im B2B-Bereich: bei Design und Produktentwicklung, Produktion, Logistik oder auch für Wartung und Reparaturarbeiten, Schulungen und Simulationen.

Worin besteht der Nutzen von VR- & AR-Anwendungen für Unternehmen?

VR- und AR-Anwendungen – oder auch eine Kombination aus beiden – können sowohl direkt als auch indirekt zur Steigerung der Produktivität sowie zur Optimierung der Kosten beitragen. Um das zu erreichen, muss man allerdings seine Ziele bzw. seinen Bedarf genau definieren. Darin liegt der Schlüssel, denn standardisierte Angebote helfen meistens nicht weiter. Meine Erfahrung ist, dass die Anwendungen individuell auf einzelne Unternehmen zugeschnitten werden müssen.

Die VR- & AR-Technik kann viel – aber gibt es auch etwas, das sie nicht kann?

Das größte „Hindernis“ sehe ich darin, dass es den Unternehmen gelingen muss, wirklich relevante Inhalte zu entwickeln und zu produzieren. Die Anwendungen werden – und da sind sich die Experten einig – nämlich nur dann von den Menschen akzeptiert und genutzt werden, wenn sie einen erkennbaren Mehrwert bieten. Nur so wird die VR- und AR-Technik umfangreichen Einsatz im Alltag finden.

Sind VR & AR ein kurzlebiger Trend, ein Hype – oder „The Next Big Thing“?

Ich wage nicht nur die Prognose, sondern ich bin mir sehr sicher: Virtual Reality wird – unter den oben genannten Bedingungen – ein fester Bestandteil unserer Arbeits- und Lebenswelt werden. Wenn man allein die Zahlen betrachtet, gehen Experten davon aus, dass Unternehmen in Deutschland bis 2020 rund 840 Mio. Euro in Virtual, Augmented und Mixed Reality investieren – wobei knapp 90% des B2B-Umsatzes auf Entwicklung, Lizenzierung und Maintenance spezieller Unternehmenslösungen entfallen. Außerdem schätzen sie, dass sich der Bereich in den nächsten fünf Jahren zu einem Markt mit Zuwachsraten von jährlich knapp 40% entwickeln wird.

Wie werden VR & AR die Arbeitswelt verändern?

Virtual Reality bedeutet, die Möglichkeiten, wie wir die Realität wahrnehmen, zu erweitern. Und das werden sich natürlich auch viele Unternehmen zunutze machen: Bei der Wartung von Maschinen beispielsweise kann die Technik Mitarbeiter unterstützen oder dabei helfen, Fachkräfte schneller einzuarbeiten. Der Weitergabe von Wissen – bei Schulungen, Trainings oder Simulationen – wird viel einfacher und billiger, genauso wie die Durchführung von Konferenzen oder die Zusammenarbeit von Mitarbeitern in unterschiedlichen Abteilungen oder an unterschiedlichen Standorten.

Stichwort „VR to consumer“ – wie wird VR unseren Alltag verändern?

Normalerweise ist es so, dass das, was wir aus dem Arbeitsumfeld kennen, unser privates (Medien-) Verhalten beeinflusst – und umgekehrt. VR-Anwendungen lassen sich auf vielen Gebieten sinnvoll einsetzen und werden in immer mehr Bereiche unseres Lebens vorstoßen. Was wir heute schon sehen, sind zunehmend mehr VR-Angebote in Kinos, Einkaufszentren oder Supermärkten. Ob wir uns mit Kollegen irgendwo auf der Welt austauschen, Reisen buchen, Sport-, Musik- oder Filmstars „hautnah“ erleben, eine neue Sprache lernen oder auch nur Obst und Gemüse einkaufen: Es wird nicht mal mehr eine Generation dauern, bis VR zum Alltag gehört.

Für weitere Informationen & Bildmaterial:

inside360 GmbH
Britta Fey-Kögl
Telefon: 0 88 07 / 2 14 30 – 0
E-Mail: presse@inside360.tv
Website: inside360.tv / marcforstmann.com

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